Mutter vom SIeg

 

Hingegeben  für  das  Leben  der  Welt

 Das spirituelle Programm

 

Der diesjährige IV. Internationale Welt-Gebets-Kongreß für das Leben will im Gebet, im Nachdenken und in der Tat das Geheimnis vertiefen, daß Jesus, der Herr, sich für uns hingegeben hat. Der Apostel Paulus drückt es im Galaterbrief 2,20 in den Worten aus:

„Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.“

Und der Evangelist Johannes schreibt in seinem ersten Brief:

„Daran haben wir die Liebe erkannt, daß Er sein Leben für uns hingegeben hat.“

Die Theologie hat diese Hingabe Jesu in den Begriff der Pro-Existenz gebracht. Gemeint ist damit, daß Jesus sein Leben ganz  aus dem für (pro) gelebt hat: für den Vater, für die Menschen, für jeden Einzelnen von uns. Jesus lebte für uns aber nicht nur in der Vergangenheit, sondern weiterhin. Auch jetzt, heute, gibt Jesus sein Leben für uns: in der Eucharistie macht er sich klein und verschenkt sich an uns – täglich, überall auf der Welt.

Und wir?

Wir wollen nachfolgen. Wir wollen Jesu Leben anbetend betrachten, wir wollen uns versenken in Seine Liebe, wir wollen uns ergreifen lassen von Seiner Liebe, um sodann selbst Zeugen dieser Liebe in der Welt zu sein. Wir wollen Seine Jünger sein. Seine Freunde.

Freundschaft geht „bis ans Äußerste“ (Joh 13,1). Genau dies hat uns Jesus vorgelebt. Das aber heißt, daß wir in unserer Bereitschaft, Jesus nachzufolgen, keine Grenzen ziehen. Wir wollen nachfolgen in guten wie in schweren Tagen. Auch der Schmerz und das Leiden gehören in die Nachfolge. Johannes Paul II. sprach vom Evangelium des Leidens, das „mehr als alles andere (…) in der Geschichte der Menschheit die Kräfte der Erlösung gegenwärtig werden“ läßt. Und weiter sagte er: „In jenem ‚kosmischen Kampf zwischen den geistigen Kräften von Gut und Böse’, von dem der Epheserbrief spricht, bilden die mit dem Erlöserleiden Christi verbundenen Leiden des Menschen eine besondere Unterstützung für die Kräfte des Guten, weil sie dem Sieg dieser heilbringenden Kräfte den Weg eröffnen“ (Salivifici doloris, Nr. 27).

 
Der kosmische Kampf, von dem Johannes Paul II. spricht, ist heute nirgends deutlicher auszumachen als in der Abtreibung, die das Zweite Vatikanische Konzil ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ (Gaudium et spes, Nr. 51) genannt hat. Wir sollen in diesem Kampf keine Unbeteiligten sein. Wir sollen wie Christus, der DAS LEBEN ist, für das Leben eintreten. Wie? Indem wir uns mit Ihm vereinen und uns von Ihm in Seine Hingabe hineinnehmen lassen, um so selbst Brot für die Welt zu werden. Mit Paulus werden wir bekennen:

 „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“

Unser Gebet und unser Opfer „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“, sollen unsere Antwort auf Jesu Hingabe sein. Unsere Antwort ist zugleich die Erfüllung der Bitte, die die Gottesmutter Maria in Fatima und Lourdes an uns richtet: Zu beten und zu opfern, damit keine Seele verloren gehe.

Im Kern unserer Antwort ist die Freude. Die Freude, die ungezählte Heilige ausstrahlen und die wir meinen, wenn wir Maria, die Königin aller Heiligen, in der Lauretanischen Litanei mit dem Titel anrufen: Du  Ursache  unserer  Freude. Wir freuen uns, daß Christus uns berufen hat zur Teilnahme an Seinem Werk. Wir sind dankbar und leben diesen Dank: in der Eucharistiefeier, die ja genau dies ist: Opfernde Danksagung.

Der IV. Internationale Welt-Gebets-Kongreß für das Leben 2009 in Wigratzbad will im Priesterjahr, das der Vatikan ausgerufen hat, diese Danksagung vertiefen helfen.

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